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Zinn Gießen

Zinn Gießen

#7538
Dieses Jahr habe ich mich mal an etwas herangetraut, was ich so noch nie gemacht habe. Winnetou und ich haben zusammen versucht, nach einer kurzen Einführung etwas zu schaffen, was tausende vor Jahren vor uns schon praktiziert wurde.
Ich muss sagen, Zinngießen erscheint auf den ersten Blick einfach. Doch mitnichten, wir hatten mehr Probleme, wie uns letztlich lieb war.

Aber erst einmal etwas zur Geschichte.

Zinn ist etwa 5500 Jahre bekannt. Die ältesten Funde datieren aus dieser Zeit im Kaukasusgebiet. Das Metall Zinn erlangte aber erst Bedeutung, als es mit Kupfer zu Bronze verarbeitet wurde. Mit der Zeit erlangte Zinn so sehr an Bedeutung, das selbst die Römer dies als Grund zum Einmarsch in Britannien nahmen. Mit der Eisenzeit jedoch verlor Zinn an Bedeutung. Dennoch nimmt man dieses Metall gerne für Verzierungen oder Schmuckgegenständen. Besonders im Mittelalter wurde daraus Gebrauchsgegenstände wie Teller und Becher gefertigt. Aufgrund der einfachen Verarbeitung des weichen Metalls war es sehr beliebt.
Es gab den Zinngießer und den Zinnputzer. Während der Gießer ein angesehenerer Beruf war, wurde der Putzer meist nur von bürgerlichen oder großbäuerlichen haushalten ausgeübt.
Das Zinn oxidiert gerne. Zum putzen benutzt man gerne Ackerschachtelhalms, bzw. den Kaltwasserauszug des Krautes. Die Pflanze wird daher auch gerne Zinnkraut genannt.

Anhang ackerschachtelhalm-zinnkraut.jpg wurde nicht gefunden.


 
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Re: Zinn Gießen

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Doch nun zum praktischen, so wie wir es versucht haben. Zu beginn braucht man einen starken Mann, der sich um das Holz kümmert.

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So ist es fein Helge. Weil es so gut klappt bitte noch einmal.

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Das Holz ist gut, doch man braucht auch schon das Feuer. So sieht das doch schon einmal fein aus.

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Aber es muss eine bestimmte Temperatur haben, damit das Zinn auch zum Schmelzen gebracht werden kann. Der Schmelzpunkt liegt etwas über 230 Grad Celsius. Daher noch etwas Holz hinzu und weiter warten. Für uns war das eine Geduldsfrage, denn wir waren eher unwissend wie man die Temperatur hätte messen können. Doch dazu etwas später.

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Da wir genügend zeit hatten, konnten wir die Form vorbereiten. leider habe ich keine Fotos gemacht, wie das Innere aussieht. Also sieht man hier nur die geschlossene Form. Heraus kommen sollte da ein wunderschöner kleiner Pokalteller. Wie gesagt, sollte.
Hier haben wir eine Form aus, wenn ich mich noch recht erinnere, Hartgummi. Diese wurde mit Talkum eingepudert, damit der Fluß beim Gießen auch entsprechend ohne Probleme durchgeführt werden konnte. Hier muss man durchaus aufpassen das die Gußform jedes mal vor Benutzung auch richtig gereinigt wird, es entstehen sonst entweder Löcher in der Endform, oder aber durch das Talkum verändert sich die Farbe des Metalls. Bei uns schimmerte es leicht gold-gelblich und sah nicht wirklich schön aus darauf.
Auch wichtig ist, beide Hälften gut aufeinander gepresst zu haben. Sonst bilden sich Ränder, oder im schlimmsten Fall läuft das Zinn heraus und das Werk kann wieder eingeschmolzen werden. Hier haben wir zwei Metallscheiben gehabt und entsprechend mit Zangen fixiert. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die Zangen können sich schon einmal lösen und fliegen einem um die Ohren. Mir ist das passiert und ich konnte die Form wieder säubern und neu herrichten.

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Nun muss man das Zinn schmelzen. Wir hatten vorgefertigte kleine Platten, das Gewicht ist mir leider entfallen. Eine Gußkelle ist da genau richtig zum Schmelzen.

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Hier ist selbstverständlich Vorsicht im Umgang geboten, sobald diese Kelle im Feuer liegt. Nun standen wir hier vor einem erneutem Problem. Wann war das Zinn auf richtiger Temperatur? Eine leichte bläuliche Verfärbung sollte dies anzeigen. Aber im Sonnenlicht und viel Qualm durch das Feuer war das immer so eine Sache. Jetzt weiß ich, wenn man einen Holzspan nimmt und diesen in das Zinn hält. Wenn dieses dann raucht und leicht angesengt ist, dann haben wir die richtige Temperatur gefunden.

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Nun muss man vorsichtig die Kelle in die Hand nehmen und die Gußform nur noch mit dem flüssigen Zinn füllen. Dabei muss man allerdings so einiges beachten. Die Füllgeschwindigkeit darf nicht zu langsam sein. Das Zinn wird sonst zu schnell kalt und füllt die Form nicht ganz aus. Wenn diese jedoch zu schnell ist, dann schießt das nachfließende Zinn oben wieder raus und auch so wird dann die Form nicht ganz gefüllt. Eine sichere Hand ist da von großem Vorteil. Darum die heisse Gußkelle immer mit beiden Händen führen und auch den nötigen Respekt vor der Hitze zeigen. Verbrennungsgefahr ist hier sehr stark gegeben. Die Gußkelle ablegen und dann heisst es warten. Die Form muss sich abkühlen, bevor sie geöffnet werden kann. Hier immer beachten, niemals mit Wasser abkühlen. Das spritzt und birgt die große Gefahr von Verbrühungen. Also, warten, immer wieder mal fühlen und weiter warten.
Wenn man die Form nun in der Hand halten kann und diese ist nur lauwarm, dann darf man diese vorsichtig öffnen. Klammer lösen, die Metallscheiben zur Seite legen und dann die Form öffnen. Wenn alles gut gegangen ist, dann erhält man ein Ergebnis, welches sich durchaus sehen lassen kann.
Aber ... in unserem Fall haben wir den Teller sicherlich fünf mal gegossen und immer fehlte in der Mitte am Rand ein Stück. Immer wieder die gleiche Stelle. Trotz pingeligem Reinigen und einpudern mit Talkum konnten wir nicht herausfinden, warum das so war.
Auf dem Bild ist das recht gut zu sehen.

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Daher haben wir ein Schloß versucht. In meinen Augen deutlich schwieriger und mit mehr Materialverbrauch. Dennoch waren wir überrascht, wie gut das Schloß geworden ist. Die Bilder sind leider nicht ganz so gut geworden, daher ist das nicht so gut zu erkennen. Selbst die Maserung der unteren Steinwand, auf dem das Schloß steht, war recht gut zu erkennen.

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das Fazit der Angelegenheit ist, es macht Spaß, erfordert sehr viel Umsicht und besonders Geduld. Aber wenn man wirklich gute Stücke erhalten will, braucht es sehr viel Übung und nicht nur ein Nachmittag wie bei uns. Und daher kann ich nur sagen, meine Hochachtung vor den Zinngießern im Mittelalter ist sehr hoch. Dabei muss man auch bedenken, wir hatten gekaufte Formen, im Mittelalter wurden diese per Hand noch selbst aus Holz und Eisen gefertigt.
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